Diskriminierung durch Stadtratskandidatin

Wie selbst Stadtratskandidaten Menschen mit Behinderung öffentlich diskretieren, wenn diese auf Missstände oder auch nur Barrieren hinweisen.

Die öffentliche Diskriminierung verbunden mit Diskreditierung von Menschen mit Behinderung selbst durch führende Kommunalpolitiker belegt nachfolgender Beitrag.

Menschen mit Schwerbehinderung sind nicht nur durch ihre Einschränkungen im täglichen Leben benachteiligt. Noch stärker beeinträchtigt werden Behinderte durch ihre Umwelt, durch fehlende Barrierefreiheit und nicht zuletzt die Überheblichkeit und fehlendes Einfühlungsvermögen durch den Menschen. Menschen mit Beeinträchtigungen wollen und brauchen kein Mitleid oder besondere Rücksichtnahme. Was Menschen mit Behinderungen wollen, sie wollen nur wie jeder Andere am gesellschaftlichen Leben uneingeschränkt teilnehmen können, ohne fremde Hilfe, selbstbestimmt und würdevoll. Egal welche Art der Behinderung der /die Betroffene hat, ob Lernbehinderung, ob körperliche Einschränkung, ob blind oder taub, ob psychisch erkrankt. Jeder ist Mensch und möchte von seiner Umwelt behandelt werden wie alle Anderen auch.

Kein Lernbehinderter würde auf die Idee kommen an einer Universität einen Studienplatz einzufordern. Kein Blinder würde ernsthaft selbst Autofahren wollen. Ein Rollstuhl-Nutzer wird in der wilden Natur keine für ihn geeignete Wege erwarten. Barrierefreiheit in allen Bereichen des möglichen Lebens zu erwarten grenzt an Utopie und daher nicht möglich. Darüber sind wir uns alle im Klaren. Was allerdings zu erwarten ist und auch von der UN-Behindertenrechtskonvention eingefordert wird sowie im Grundgesetz Artikel 3 seit 10 bzw. 25 Jahren festgeschrieben ist, ist ein Ende der Benachteiligung von Menschen mit Behinderung. Bis heute wurden Barrierefreiheit und ein Ende der Benachteiligung nur zu einem kleinen Teil und sehr oft widerwillig umgesetzt. Dabei ist es meist ein Einfaches, wären da nicht die Barrieren in den Köpfen vieler Entscheider und Verantwortlicher. Das häufigste Abwehrargument in den Gehirnen ist Geld. Dabei spielt Geld hier eine untergeordnete Rolle, da bei geschickter Planung, wie man am Beispiel einer Studie von TERRAGON sehen kann ist Barrierefreiheit im Hausbau für rund ein Prozent der Baukosten realisierbar.

Doch wie sieht die Realität aus? Suchen Betroffene eine geeignete Wohnung beginnt ein nervenaufreibender zum Teil jahrelanger Weg eine den Ansprüchen der Betroffenen geeignete Wohnung zu finden. Möchte man als Rollstuhlfahrer*in eine Veranstaltung besuchen, so wird das Telefon zum unentbehrlichen Helfer, denn man muss zuerst herausfinden, ob der Veranstaltungsort ohne Stufen erreichbar ist? Wenn man dann noch ganz großes Glück hat, ist sogar eine geeignete Toilette vorhanden. Andernfalls ist eine Teilnahme nicht möglich. Genauso schwierig wird es für einen Gehörlosen, wenn keine Gebärdendolmetscher den Redner übersetzt oder ein Blinder sich auf einer nicht barrierefreien Internetseite zurechtfinden soll. Hürden überall.

Wagt es ein Betroffener sich über solche oder ähnliche Missstände zu beschweren, kommen nur all zu oft Argumente wie, wegen Einem rentiert sich der Aufwand nicht. Aber genau hier beginnt die Ausgrenzung und Diskriminierung.

Schreibe einen Kommentar